Chronik

25 Freunde der Kunsthalle auf den Spuren der lebendigen Usedomer Kunstszene (21./22.09.2019)

Im Atelier Otto Niemeyer-Holstein erwartete uns Museumsdirektorin Franka Keil zu kenntnisreich-sprühenden Führungen durch die Wohnräume und das Atelier, in denen der „Hausherr“ noch immer gegenwärtig scheint. Die durch Plastiken verschiedener Freunde des Malers verzauberte Gartenanlage und die Ausstellung mit Werken von Gustav Seitz im Galerieanbau warteten ebenfalls, erkundet zu werden. Es folgte eine Entspannungspause im Hotel am Achterwasser mit einem nicht enden wollenden Schwarm von Kormoranen, die dicht über dem Wasser flogen. Am späten Nachmittag dann die Vernissage der 5. Ausstellung in Ückeritz, diesmal den Künstlerfreunden in der Ückeritzer Waldstraße gewidmet. Matthias und Angelika Wegehaupt erwarteten uns zur Preview und stimmten uns mit Hintergrundwissen der Familien und Freunde auf die Ausstellung ein. Der Kunstwissenschaftler und Galerist Ulrich Rudolph (Kunstraum Testorf in Zarrentin) erläuterte im offiziellen Teil den zahlreich erschienenen Gästen der Vernissage die Verbindungen und Verflechtungen zwischen den Familienmitgliedern sowie deren namhaften Freunden wie A.R. Penck, HAP Grieshaber, Strawalde, die Angelika Wegehaupt jeweils thematisch/geographisch in der Ausstellung angeordnet hatte. Mit überraschenden Schlagzeugsoli von … Manigk und einem üppigen Fingerfood-Büffet entpuppte sich die Veranstaltung im Haus des Gastes zu einem vielfältig die Sinne ansprechenden Highlight. Ein tropisch anmutender Sonnenuntergang leitete über zum gemütlichen Ausklang im Inselhof Vineta. Am Sonntag standen dann die „Hausbesuche“ bei den heute maßgeblichen Künstlern in Ückeritz, Oskar Manigk (85) und Matthias Wegehaupt (81), auf dem Programm der Reisegruppe. Die Künstler gewährten den interessierten Kunstfreunden seltene Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen im privaten Umfeld. Mit der gastfreundlichen Bewirtung durch Angelika Wegehaupt und Inge Scheffler-Manigk sowie im spätsommerlichen Sonnenschein konnten die Freunde in lockerer Gesprächsatmosphäre in den Ateliers und den Gärten der Wohnhäuser beider Familien an Lebens- und Künstlerweisheiten und -erfahrungen teilhaben. Das Werk der beiden Cousins unterscheidet sich eklatant voneinander. Während Wegehaupt Struktur in seiner Kunst sichtbar machen will und dieselben strukturellen Gesetzmäßigkeiten der Musik – vorzugsweise der von Johann Sebastian Bach – als für seine Kunst maßgeblich ansieht, folgt Manigk dem Moment, der Intuition und steht in Beziehung zu seinem Werk allein im Prozess des Erschaffens. Diese unterschiedlichen Ansätze und Wesenheiten der beiden sowie der private Rahmen erwiesen sich als außerordentlich inspirierend. Mit einem reichen und bunten Spektrum an Eindrücken nach einem gelungenen Kunstwochenende dann die Rückfahrt nach Rostock.

Matthias Wegehaupt wird am 29.09.2019 um 11.00 in der Kunsthalle aus seinem noch unveröffentlichten Manuskript, Arbeitstitel „Die Insel II“, lesen.