Berichte und Interessantes

Ostseezeitung vom 13.09.2018:
Kunst verbindet: 25 Jahre „Freunde der Kunsthalle“

Verein ist mit 500 Mitgliedern größter Kulturverein Rostocks
Vereinsvorsitzender Alexander Ludwig (r.) und Mitglied Elke Baaske gratulieren Marion Lukoski (l.), dem 500. Mitglied des Vereins. In Hamburg war man sich 1993 einig: Die Rostocker Kunsthalle braucht einen Verein. Vor 25 Jahren gründeten dort acht Mitglieder die „Freunde der Kunsthalle Rostock“. Seitdem ist viel passiert. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts kamen kaum noch 30000 Besucher in das Haus. Die Stadt plante, die Kunsthalle abzuwickeln. Heute hat sich der einzige Museumsneubau der DDR wieder erholt und zählt 70000 Besucher im Jahr. Zur Erfolgsgeschichte gehören auch die „Freunde der Kunsthalle Rostock“. Pünktlich zum Jubiläum begrüßen sie ihr 500. Mitglied. Vorstandsvorsitzender Alexander Ludwig sitzt im Café der Kunsthalle als er seinen Erinnerungen nachgeht. 2006 wurde der Rechtsanwalt Vorsitzender des Vereins. „Ich bin da reingestolpert“, erinnert sich der 52-Jährige. Eigentlich wollte Ludwig nur mit Menschen in Kontakt kommen, die auch eine Leidenschaft für Kunst und Kultur teilten. „Und dann begann die Schließungsdebatte.“ Besucher blieben aus, die Belegschaft war frustriert. Ludwig und der Verein starteten eine Initiative, heuerten einen externen Kurator an und brachten eine Ausstellung der französischen Künstlerin Camille Claudel nach Rostock. 10000 Besucher kamen in die Kunsthalle und schauten sich die Skulpturen und Gemälde der RodinLebensgefährtin an. „Damit hatten wir vor allem der Stadtpolitik gezeigt,  dass es weiter geht“, so Ludwig. Ein Jahr später lernten sich Ludwig und Elke Baaske im Kino kennen. Seit 2008 arbeiten sie im Vorstand des Vereins zusammen. Damals waren sie dort nur zu viert und helfen noch heute, wo sie nur können. „Besonders die Projekte Rostock Kreativ und der Kinder-Kunst-Club liegen uns am Herzen“, sagt Baaske. Die Pädagogin leitet seit sechs Jahren den Kunst-Club. Alle zwei Wochen führt sie die Zwei- bis Vierjährigen an die Kunst heran, mit Malübungen und kindgerechten Führungen. Und auch Rostock Kreativ boomt. „Man kann sein eigenes Bild im Museum sehen und immer wieder dabei sein“, sagt Marion Lukoski, die gerade das 500. Mitglied des Vereins wurde. Die „Freunde der Kunsthalle“ sind damit der größte Kulturförderverein Rostocks und mit einer Unterstützungsleistung von 30000 Euro jährlich auch einer der finanzstärksten. „Uns war es immer ein Anliegen, die Kunsthalle als Ort der Begegnung mit Kunst lebendig zu gestalten“, so Ludwig. Dazu veranstalte der Verein regelmäßig Ausflüge und Events, die von vielen Mitgliedern genutzt werden. Heute bemühe man sich vor allem, Formate für Schüler und Studenten zu entwickeln. „Wir wünschen uns, mehr junge Menschen für unseren Verein begeistern zu können“, so Ludwig. Aus 500 Mitgliedern seien nur eine Handvoll jünger als 30 Jahre. Die Vereinsarbeit steht für Kunstliebhaber, die aktiv mitgestalten. Das Jubiläum möchte der Verein am Freitag, den 21. September auf dem Universitätsplatz und in der Kunsthalle mit vielen Rostockern feiern, die vielleicht auch bald „Freunde“ werden.

Holzinstallation auf dem Universitätsplatz
1993 wurde der Verein in der Hamburger Kunsthalle gegründet. Mit 500 Mitgliedern ist der Verein der mitgliederstärkste Kulturförderverein der Hansestadt Rostock. Am Freitag, den 21. September werden auf dem Universitätsplatz mit dem Aufbau einer temporären Holzinstallation durch den Künstler Tom R.M. die Jubiläumstage gefeiert. Abends geht das Programm in der Kunsthalle mit der Veranstaltung „Artenvielfalt – Kunst in Wort und Klang“ weiter. Texte zu fünf von 250 Künstlern, deren Werke in den letzten 25 Jahren in der Kunsthalle zu sehen waren, werden vorgelesen.

NNN vom 01.09.2018:
Förderer der schönen Künste

Künstlerrundgang mit Sabine Sakoh

Eindrücke von dem Künstlerrundgang mit Sabina Sakoh und den Freunden der Kunsthalle in ihrer Ausstellung Simple & True. Metaphysische Ansichten: Eigentlich möchte sie nicht zu viel verraten: Sabina Sakoh lässt sich sehr auf die Deutungen der Betrachter ein, stellte ihre eigenen Eindrücke hinten an. Obwohl sie apokalyptische Themen in ihrer Malerei aufgreift, sieht sie sich selbst als Optimistin. Sie fügt den Bildern positive und negative Energie zu und lässt den Arbeitsprozess durchscheinen. Die Figuren, meist Freunde oder Verwandte, die ihr Modell standen, scheinen in einem Zustand zwischen fest und aufgelöst vor einer angedeuteten Landschaft zu schweben. Obwohl sie eine expressive Malweise bevorzugt, ist viel Präzision in ihrer Linienführung und der Ausarbeitung einzelner Formen erkennbar. Damit erzeugt sie Spannung zwischen der Art der Gestaltung ihrer Figuren und der Geschichte, die diese erzählen. "Ich kann euch nicht immer auf alles eine Antwort geben, weil ich es selbst gar nicht weiß", sagt sie und fordert den Betrachter damit auf, selbstständig über die Inhalte nachzudenken und Assoziationen zuzulassen. Häufig erhalten ihre Bilder keinen Titel und werden nach den Monaten benannt, in denen sie entstanden sind. Auch hiermit distanziert sie sich von einer Vorgabe, wie die Inhalte zu deuten sind, wodurch sich Eindrücke ausschließlich über die Farben, Formen und Symbole ergeben. Ausschließlich mit Öl malt sie ihre großformatigen Arbeiten auf der Staffelei, die sie von ihrem Großvater erhalten hat und dessen Schaffen noch immer durch diese zu fließen scheint. Sabina Sakoh - Eine Künstlerin, die malerisch vom Weltuntergang, Zerstörung, aber auch von einer möglichen Weiterentwicklung erzählt. Sie hofft, dass die Menschheit es schafft, humanistische Werte, die auf dem Kontinent der Seeligen entstanden sind, in alle Teile der Gesellschaft und darüber hinaus in alle Teile der Weltgemeinschaft zu integrieren. Den Zeitgeist lässt sie in die Arbeiten einfließen, lässt sich von negativen Zuständen jedoch nicht entmutigen. "Das ist die Message: Entspannt euch mal", sagt sie.

Fotos/ Text: Karoline Litau

Kunstausflug nach Potsdam